Fair handeln, fair frühstücken – unsere Unterrichtsreihe zum Fairen Handel in Klasse 7
Was bedeutet eigentlich „fair“? Wo begegnet uns Fairness in unserem Alltag? Und kann auch eine Tafel Schokolade fair oder unfair sein?
Mit diesen Fragen starteten unsere Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 in eine spannende Unterrichtsreihe rund um die Themen Fairtrade, Fairer Handel und globale Gerechtigkeit.
Den besonderen Abschluss unserer Unterrichtsreihe bildet ein gemeinsames Faires Frühstück, das durch die Stadt Bochum finanziell bezuschusst wird. Darüber freuen wir uns sehr! Das Angebot ist Teil eines Programms, das Kinder und Jugendliche für globale Gerechtigkeit sensibilisieren und Bildungseinrichtungen auf ihrem Weg zur Fairtrade-School begleiten möchte.
Was ist eigentlich fair?
Bevor es um Fairtrade ging, beschäftigten wir uns zunächst mit einer Frage aus dem direkten Lebensumfeld unserer Schülerinnen und Schüler: Was ist fair und was ist unfair?
Anhand von Bildern, kleinen Geschichten und Situationen aus dem Alltag überlegten wir gemeinsam: Wann wird jemand gerecht behandelt? Wann ist etwas ungerecht? Wie fühlt sich das an? Und was müsste sich verändern, damit eine Situation fairer wird?
Schnell wurde deutlich: Fairness begegnet uns nicht nur im Klassenzimmer oder auf dem Schulhof. Auch unsere Entscheidungen beim Einkaufen können Auswirkungen auf andere Menschen haben – sogar auf Menschen, die viele Tausend Kilometer von uns entfernt leben.
Von der Schokolade zum Fairen Handel
Besonders intensiv beschäftigten wir uns mit einem Lebensmittel, das fast alle kennen und mögen: Schokolade.
Woher kommt eigentlich der Kakao in unserer Schokolade? Wer baut ihn an? Wie kommt er zu uns nach Deutschland? Und wie viel verdienen die Menschen, die am Anfang dieser langen Produktionskette stehen?
Gemeinsam verfolgten wir den Weg des Kakaos vom Kakaobaum bis ins Supermarktregal. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler die Arbeit der Kakaobäuerinnen und Kakaobauern kennen und setzten sich alters- und lerngerecht mit unterschiedlichen Arbeits- und Lebensbedingungen auseinander.
Dabei entstanden wichtige Fragen: Was ist eine gerechte Bezahlung? Was bedeutet es, von seiner Arbeit leben zu können? Und ist Handel eigentlich immer fair?
So gelangten wir Schritt für Schritt zur Grundidee des Fairen Handels.
Fairtrade entdecken und erkennen
Natürlich wollten wir anschließend wissen: Wie können wir selbst erkennen, ob ein Produkt fair gehandelt wurde?
Wir beschäftigten uns mit Siegeln und Symbolen auf Lebensmittelverpackungen und schauten uns verschiedene Produkte genauer an. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler, dass beispielsweise bei Kakao, Schokolade, Bananen oder Orangensaft gezielt nach fair gehandelten Alternativen gesucht werden kann.
Für uns als Schule war es dabei besonders wichtig, das komplexe Thema der globalen Gerechtigkeit anschaulich, verständlich und möglichst lebensnah zu vermitteln. Bilder betrachten, Produkte in die Hand nehmen, Symbole wiedererkennen, Preise vergleichen und schließlich selbst einkaufen – auf diese Weise wurde aus einem zunächst abstrakten Thema etwas, das unmittelbar mit dem eigenen Alltag zu tun hat.
Ist Fairtrade auch mit einem begrenzten Budget möglich?
Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Unterrichtsreihe war die Frage nach dem Preis.
Denn bewusster und fairer Konsum muss sich auch mit der Lebenswirklichkeit unserer Schülerinnen und Schüler auseinandersetzen. Deshalb wollten wir ganz praktisch herausfinden: Wo können wir Fairtrade-Produkte kaufen? Gibt es sie auch beim Discounter? Wie groß ist die Auswahl? Wie unterscheiden sich die Preise? Und wo wird es vielleicht schwierig, eine faire Alternative zu finden?
Gemeinsam planten wir deshalb unser Faires Frühstück und erstellten eine Einkaufsliste. Dabei mussten wir immer wieder Entscheidungen treffen: Was brauchen wir wirklich? Was können wir uns mit unserem Budget leisten? Bei welchen Produkten möchten wir ganz bewusst auf Fairtrade achten?
So wurden neben dem Thema Fairer Handel gleichzeitig ganz lebenspraktische Kompetenzen gefördert: planen, vergleichen, rechnen, auswählen und bewusste Kaufentscheidungen treffen.
Und dann ging es raus aus dem Klassenzimmer und hinein in den Einkaufsalltag: Beim Einkauf konnten die Schülerinnen und Schüler selbst nach Fairtrade-Produkten und den zuvor kennengelernten Siegeln Ausschau halten.
Unser Faires Frühstück
Den Abschluss bildet schließlich unser gemeinsames Faires Frühstück. Hier kommt vieles zusammen, was wir während der Unterrichtsreihe gelernt und vorbereitet haben.
Gemeinsam einkaufen, Lebensmittel vorbereiten, den Frühstückstisch gestalten und anschließend zusammen essen – dabei steht nicht nur das Thema Fairtrade im Mittelpunkt, sondern auch die Erfahrung, gemeinsam etwas zu planen und auf die Beine zu stellen.
Die Unterrichtsreihe zeigt uns: Globale Gerechtigkeit ist ein großes Thema – aber sie kann mit kleinen, ganz konkreten Entscheidungen in unserem eigenen Alltag beginnen.
Dass wir unsere Unterrichtsreihe mit einem gemeinsamen Fairen Frühstück abschließen können, ist für uns etwas Besonderes. Deshalb möchten wir uns ganz herzlich bei der Stadt Bochum für die finanzielle Unterstützung und die Möglichkeit bedanken, an diesem Programm teilzunehmen.
Durch diese Unterstützung können unsere Schülerinnen und Schüler Fairen Handel nicht nur im Unterricht kennenlernen, sondern ganz praktisch erleben, ausprobieren und mit ihrem eigenen Alltag verbinden.
Wir freuen uns sehr, Teil dieses Angebots sein zu dürfen und damit gemeinsam einen Beitrag zur Sensibilisierung für Fairen Handel und globale Gerechtigkeit leisten zu können.
Vielen herzlichen Dank an die Stadt Bochum für diese wertvolle Möglichkeit und die Unterstützung unserer Bildungsarbeit!

